Wäsche trocknen im Winter – Was ist dran am Frost Trocknen?

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Wäsche trocknen im Winter - Was ist dran am Frost Trocknen?

Wäsche wird auch bei Frost trocken (Foto: Vitalii Bondarchuk / fotolia.com)

Das die Wäsche bei strahlendem Sonnenschein und heißen, sommerlichen Temperaturen draußen besonders gut trocknet, ist nicht neu. Aber wussten Sie schon, dass Sie Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen bedenkenlos nach draußen hängen können? Hier erfahren Sie alles zu diesem spannenden Thema, auch „Frost Trocknen“ genannt.


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Warum trocknet Wäsche auch bei Frost draußen?

Ja, feuchte Wäsche trocknet tatsächlich auch bei winterlichen Niedrigtemperaturen unter 0°C. Das liegt an der sogenannten Sublimation, welche dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit aus den Textilien herausgezogen und an die Umwelt abgegeben wird.

Was ist Sublimation?

Wenn Sie die Wäsche im Winter nach draußen hängen, so werden Sie feststellen, dass die einzelnen Wäschestücke zunächst gefrieren. Hier findet ein sogenannter Phasenübergang statt, bei welchem das Eis langsam aber sicher in einen gasförmigen Zustand übergeht. Allerdings dauert dieser Vorgang etwas länger als das typische Trocknen unter Wärmezufuhr. Der physikalische Vorgang der Sublimation wird bedingt durch das Element Luft.

Das bedeutet: Je stärker der Wind ist, umso schneller läuft der Vorgang ab.

Was muss man beim Frost Trocknen beachten?

1. Ausreichend Luftzufuhr und Frost

Hängen Sie die feuchte Wäsche unbedingt an einer Stelle auf, welche über eine ausreichende Luftzufuhr verfügt. Zudem müssen die Temperaturen kalt genug sein, dass das Wasser in den Textilien auch wirklich gefriert. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt funktioniert das nicht.

2. Ausreichend Abstand

Zudem sollten die Wäschestücke in einem ausreichend großen Abstand aufgehängt werden. Auf diese Weise kann die Luft besser zirkulieren und die Wäsche wird schneller trocken. Auch zu umliegenden Hauswänden oder Pflanzen muss genügend Abstand eingehalten werden.

3. Verschmutzung vermeiden

Bedenken Sie außerdem, dass die Wäsche auch durch die Umgebung verschmutzt werden kann. Befindet sich zum Beispiel eine stark befahrene Straße in der Nähe oder eine Baustelle, sollten Sie die frische Wäsche dieser Belastung lieber nicht aussetzen. Sonst war das Waschen unter Umständen für die Katz.

Wie lange muss die Wäsche bei Frost trocknen?

Die Dauer, bis die Wäsche im Winter trocken ist, variiert je nach Temperatur, Luftzufuhr und natürlich der verbleibenden Feuchtigkeitsmenge in den Wäschestücken. Generell können Sie mit einer Dauer zwischen 36 und 48 Stunden rechnen. Je mehr Platz Sie zwischen den einzelnen Teilen lassen, desto schneller wird die Wäsche trocken. Sofern es unvorhergesehen zu Niederschlag kommt und Sie die Wäsche nicht sofort rein holen, dauert die Trocknung im Winter erheblich länger.

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Wird die Wäsche auch weich?

Gefrorene Wäsche macht auf den ersten Blick nicht den Eindruck, dass sie nach dem Trockenvorgang weich werden könnte. Doch seien Sie unbesorgt – auch bei Frost werden die Wäschestücke sehr weich. Meistens fühlen sie sich sogar deutlich angenehmer an, als nach der Trocknung bei hohen Temperaturen.

Welche Vor- und Nachteile hat das Frosttrocknen?

Gegenüber dem Trocknen mit dem Waschtrockner hat das Frosttrocknen einen entscheidenden Vorteil: Sie sparen Strom und schonen Ihren Geldbeutel. Einfach rausgehen und die Wäschestücke auf die Wäscheleine oder den Wäscheständer hängen.

Auch die wohnlichen Gegebenheiten spielen hier eine untergeordnete Rolle. Sofern Sie in eher beengten Verhältnissen leben, werden Sie froh sein, wenn der Wäscheständer nicht zusätzlichen Platz wegnimmt. Zudem vermeiden Sie effektiv die Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden.

Ein Nachteil des Wäschetrocknens bei Frost: Sie benötigen einen ausreichend großen Garten oder einen anderen Ort, an welchem die Wäsche in aller Ruhe draußen trocknen kann. Ein kleiner Balkon reicht dazu in der Regel nicht aus, denn die Wäsche darf nicht dicht an dicht aufgehängt werden. Zudem ist die Wäsche beim Frost Trocknen meist erst nach längerer Zeit richtig trocken. Ein Waschtrockner ist hier meistens weitaus schneller. Die Methode ist also nicht geeignet, wenn Sie Ihre Kleidung schnell wieder trocken haben wollen. Zudem sind Sie beim Frost Trocknen gezwungen, die warme Wohnung zu verlassen und in die Kälte zu stapfen. Warm anziehen ist also oberstes Gebot, damit Sie kein Schnupfen ereilt.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

VorteileNachteile
  • Strom (und Wasser) sparen
  • Kostengünstig
  • Keine beengten Verhältnisse in der Wohnung durch Wäscheständer
  • Schimmelbildung in der Wohnung wird verhindert
  • Ausreichend Platz in einem Garten, kleiner Balkon reicht nicht
  • Längere Trocknungsdauer
  • Aufhängen der Wäsche in der Kälte

Wäsche drinnen trocknen: Welche Vor- und Nachteile hat das?

Wäsche trocknen im Winter bedeutet für viele, dass sie ihre Wohnung „belasten“ müssen. In den eigenen vier Wänden kann die frische Wäsche zwar nicht durch Umweltbedingungen verschmutzt werden, aber durchaus mit Gerüchen aus der Küche belastet werden. Sofern Sie über eine Wohnung mit offener Küche verfügen und es keinen separaten Trockenraum gibt, sollten Sie die Wäsche daher besser draußen oder im Trockner trocknen.

Feuchte Wäsche erhöht die Gefahr der Schimmelbildung enorm. Das Wasser verdampft, setzt sich an den Wänden sowie Decken ab und dient dort den gefürchteten Schimmelsporen als optimales Milieu zum Wachsen. Regelmäßiges intensives Lüften und Heizen sind beim Trocknen von Wäsche in der Wohnung daher ein unbedingtes Muss! Das kann eventuell für einen Anstieg der Heizkosten sorgen.

Vorteilhaft ist die Tatsache, dass Strom gespart wird und Sie die Wäsche jederzeit im Blick haben. Zudem müssen Sie sich keine Sorgen um die Witterungsbedingungen machen. Wird die Wäsche drinnen aufgehängt, spielen Regen, Schnee und Frost keine Rolle. Auch der Geruch umliegender Schornsteine braucht Sie hier nicht zu interessieren – außer natürlich beim Lüften.

VorteileNachteile
  • Strom (und Wasser) sparen
  • Kurze Wege und immer im Blick
  • Äußere Witterungsbedingungen sind unwichtig
  • Wäsche kann Gerüche aus der Küche annehmen
  • Gefahr von Schimmelbildung in der Wohnung
  • Wohnung muss öfter geluftet und erwärmt werden

Wäsche im Trockner trocknen: Welche Vor- und Nachteile hat das?

Der größte Nachteil liegt auf der Hand: Der Waschtrockner verbraucht beim Trocknen Strom und meist auch Wasser, was damit nicht nur dem Geldbeutel schadet, sondern auch der Umwelt. Zudem benötigen Sie einen geeigneten Platz, um den Trockner aufzustellen. In besonders kleinen Wohnungen kann das zu einem echten Problem werden. Auch bei einem Umzug gilt der Trockner als zusätzlicher und besonders sperriger Ballast.

Ein Trockner hat aber auch seine Vorzüge. Erstens ist die Bedienung sehr einfach und kann daher auch von anderen Familienmitgliedern, im Speziellen von Kindern, ausgeführt werden, wenn Sie einmal keine Zeit haben. Zudem sind Sie vollkommen unabhängig vom Wetter und speziellen Witterungsbedingungen. Ein weiterer Vorteil: Die Verwendung eines Trockners bringt ein geringeres Risiko mit sich, dass sich in Ihrer Wohnung der Schimmel breitmacht.

Zudem geht der Trockenvorgang sehr schnell. Während das Trocknen in der Wohnung oder an der frischen Luft meist mehr als einen Tag benötigt, dauert das Trockenprogramm hier nur zwischen einer und maximal drei Stunden. Die Wäsche wird außerdem weicher als beim Trocknen auf dem Wäscheständer.

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